Festschrift 90 Jahre FeG Adlershof
25 Jahre Nijverdal-Berlin Adlershof
In diesem Jahr werden es 25 Jahre, dass unsere Gemeinde freundschafftliche Beziehungen zu einer niederländischen Gemeinde unterhält. Seit 1986 bestehen Kontakte zu der Gemeinde in Nijverdal und aus diesem Anlass wollen wir einmal Rückschau halten, wie sich diese Beziehung entwickelt hat.
Am Anfang stand ein Besuch von Anton Docter und Bert Louwerse 1986 in Adlershof. Bert Louwerse, damaliger Generalsekretär im niederländischen Bund der Freien evangelischen Gemeinde war in Bundesangelegenheiten in Adlershof und die beiden nutzten die Gelegenheit zum Kontakt mit unserer Gemeinde.
Der niederländische Bund unterstützte in den 80er Jahren mit anderen westlichen FeG’s ein Bauprojekt unserer DDR-Gemeinde in Bad Klosterlausnitz/Th., wo ein Freizeitzentrum entstand, dass 1986 eingeweiht wurde.
Weihnachten 1986 erhielten wir den ersten Brief aus Nijverdal, mit dem dann unsere Briefkontakte anfingen.
Durch den Mauerfall am 9 November 1989 war es uns möglich, nicht nur durch Briefe den Kontakt zu pflegen, sondern uns gegenseitig zu besuchen. Nach einer Zeit des Sondierens und gegenseitiger Absprache kamen 1993 Gerrit Spijkerboer und Jan Boerrigter nach Berlin.
Diesem ersten Treffen folgte ein zweites 1994 in unserem Freizeitheim, dem ‘Grafe-Haus’. Es fand eine Tagung für niederländische-deutsche Gemeindekontakte statt, die Bert Louwerse und Johannes Schmidt organisierten. Dort trafen sich vom 22. bis 24. April 1994 Vertreter von sechs deutschen und sechs niederländischen Gemeinden, darunter auch 4 Brüder aus Nijverdal. Bei der Heimfahrt hatten wir eine Einladung nach Nijverdal im Gepäck. Diese Einladung, die an unseren Chor und Gemeinde erging, konnte im September 1995 realisiert werden und wir erlebten schöne Tage der Gemeinschaft. Beeindruckend war für uns eine Grachtenfahrt auf den Kanälen durch Amsterdam.
Die persönlichen Kontakte, die aufgenommen wurden, wollten wir auch weiter pflegen. So kamen die Nijverdaller im Oktober 1996 zu einem Gegenbesuch.
Diese Gegenbesuch dienten der Festigung des Gemeinschaft und der Beziehungen untereinander.
Janny van der Kolk-Egberts ist die Kontaktperson, die dafür sorgt, dass wir Informationen über die Nijverdaller Gemeinde erhalten. Wir tauschen uns schriftlich gegenseitig aus und nahmen Anteil am Ergehen unserer Gemeinden und Pastoren.
Ein weiterer Höhepunkt war eine Gemeinde-Freizeit im ‘Grafe-Haus’ im Mai 2001, die wir zusammen mit den Nijverdaler Geschwistern verlebten.
Im Oktober 2003 feierte die niederländische Gemeinde ihr 100 jähriges Jubiläum. An diesem nahm auch eine Gruppe unserer Gemeinde teil.
Ein Jahr später, im September 2004, waren die Nijverdaler zu unserem 90 Gemeinde-Geburtstag da.
Sie brachten zum Jubiläum einen Gospelchor mit, der uns mit einem Konzert erfreute und begeisterte.
2008 wurde unsere Jugend und die Teenager im Mai zu einem Gegenbesuch eingeladen. So fuhren 21 junge Leute am Himmelfahrtstag los, um in drei Tagen Nijverdal und die Umgebung zu erkunden.
Untergebracht in einer Jugendherberge mit den niederländischen Jugendlichen, hatten sie schöne und erlebnisreiche Tage verlebt.
Die Verbindung mit der niederländischen Gemeinde hat bis heute Bestand, und wir sind unserem Herrn Jesus Christus dankbar, dass wir diese Verbindung zueinander schon so lange Zeit haben dürfen.
Das gegenseitige Geben und Nehmen unter Kindern Gottes ist auch für uns glaubensstärkend. So haben wir uns besonders gefreut dass zum Einführungs-Gottesdienst unseres neuen Pastors Friedrich Graf am 9.Oktober Bertus Hartgers und Bernhard Slijkhuis mit ihren Ehefrauen unter uns waren.
Oktober 2011
Klaus-Peter Ortmann
60 Jahre Schwedenkapelle
Seit sechs Jahrzehnten benutzt unsere Gemeinde die Räume der Schwedenkapelle für Gottesdienste und Veranstaltungen. Dies soll ein Anlaß sein, mit Dank auf die Anfänge dieses Hauses zurück zu blicken. Schon in den 1920er Jahren wurde in der Gemeinde überlegt, ein Grundstück zu erwerben und eine Bau-Kasse anzulegen. Aber erst Ende der 1930er Jahre fing man an, dafür Geld zu sammeln, weil die Gemeinde in sehr einfachen Verhältnissen lebte. 1938 wurde die Raumfrage dringender, weil der Eigentümer des Hauses in der Radickestr. 26 Eigenbedarf anmeldete, aber auch für die wachsende Gemeinde die Räumlichkeiten zu eng wurden.
Am 1. Juli 1941 konnte ein Kauf realisiert werden, kurz vor dem Verbot, Grundstücke zu erwerben. In der Handjerystr. 29/31 befand sich dieses Doppelgrundstück. Im Berliner Mitteilungsblatt ist im September 1941 u.a. zu lesen: „Mit der Übernahme des Baugrundstücks gehen wir eine Bauverpflichtung ein, die nach dem Kriegsende zu erfüllen ist. Wir vertrauen dem Herrn, das er uns die nötigen Mittel darreichen wird.“
Die Beziehungen zu den Schweden wurden durch Werner Schnepper (Prediger in Tempelhof 1927) durch Kontakte zu den FeG's in Skandinavien aufgebaut. 1936 besuchte uns vom schwedischen Missionsbund Axel Anderson. Augustinus Keijer, Jugendsekretär, später Lehrer am Predigerseminar, förderte seit 1932 die internationale Zusammenarbeit der FeG's. (Durch ihn entsand der Internationale Bund).
Nach Kriegsende kamen A. Keijer und Einar Rimmerfors nach Deutschland. Durch das schwedische Hilfswerk und die Kontakte Walter Böhmes (seit 1939 Prediger in Adlershof) zu ihnen, erhielten wir nicht nur Lebensmittel (u.a.Heringe) und Textilien, sondern ein besonderes Geschenk: Am 23.12.1947 bekamen wir ein Telegramm aus Stockholm mit der Ankündigung einer Holzkirche in 3 Wagggons.

Die Baulizenz bekamen wir erst am 28.9.1948. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden für die Grundmauern 42.000 Klinkersteine vom Johannisthaler Flugplatz, von einem zerbommten Hangar geholt. Beim Ausschachten und Steineputzen half nicht nur die Gemeindejugend, sondern auch aus Moabit kam tatkräftige Hilfe. Da musste öfters mal eine Nachtwache gestellt werden, damit die geputzten Steine nicht gestohlen wurden.
Am 24.11.1948 wurde der Grundstein gelegt. Die Projektierung sowie der Bau lag in den Händen der Adlershofer Baugenossenschaft. Zweimal musste der Einweihungs-Termin verschoben werden. Kurz davor wurde ein fehlendes Lichtkabel zum Problem. Gott tat ein Wunder: Die Gemeinde bekam ein Kabel, Anschlüsse und Zähler in 9 Tagen.
Die Einweihung erfolgte am 28. August 1949. Vor der Saalfront grüßte das Verheißungswort: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“(Lukas 8,50) die Besucher. Ein Festchor aus allen Berliner Gemeinden wurde von Adolf Nitsch zusammengestellt. Aus Schweden war leider keiner dabei. Das Einladungs-Telegramm an das Komitee der schwedischen FeG's wurde mit einem Gruß-Telegramm beantwortet.
Nach der Einweihungs-Feier gab es noch eine siebentägige Evangelisation mit den Brüdern Plaum und Wilhelm Gilbert.
Klaus Ortmann
